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Weltlinien.ch


Sultanhanı – Glanz vergangen, Seele verloren (19.4.25)
Durch das gewaltige Portal von Sultanhanı trete ich ein mit Bildern im Kopf: Karawanen, Handel, Geschichten aus fernen Welten. Doch was mich empfängt, wirkt blasser als erwartet. Die Teppiche – kunstvoll drapiert, farbenfroh – erzählen noch vom Reichtum der Kulturen. Doch die Bilder in den Gängen sind nur noch schwindende Drucke. Kein echtes Altern, sondern ein Verblassen ohne Würde. Die Architektur beeindruckt, doch es fehlt das Lebendige. Es fehlt das, was Orte wie Obruk au


Güzelyurt – In Stein gemeißelte Stille (18.4.25)
Ich bin angekommen an einem Ort, der nicht ruft, sondern flüstert. Güzelyurt – die „schöne Heimat“ liegt wie ein Geheimnis in den Hügeln Kappadokiens, gehauen in weichen Stein, getragen von Jahrhunderten stillen Glaubens und gelebter Kunst. Hier wohne ich nun, sieben Nächte lang, unter einem Dach aus Fels, wo die Mauern atmen und das Licht in goldenen Schleiern über die Wände streicht. Die Vergangenheit ist nah. Ich spüre sie in den Gängen, in den ausgehöhlten Kirchen, in den


Obruk Hanı – Ein Ort zwischen Himmel und Zeit (17.4.25)
Dort, wo die Steppe beginnt zu flüstern, und der Horizont sich weit und schweigend ausbreitet, liegt Obruk Hanı – wie ein stiller Wächter aus Stein und Erinnerung. Ich stand vor seinem Portal, das sich wie eine Geste der Zeit öffnete, und trat ein in einen Raum, der mehr war als Mauerwerk und Kalk –ein Ort der Geschichten, gewebt aus Sand, Schweigen und Sehnsucht. Alles ist erneuert – doch nichts verloren. Die Formen, die Linien, die Schatten – sie tragen noch immer das Echo


Pamukkale im Morgenlicht – Ein Bad aus Stille und Geschichte (15.4.25)
Ich war früh dort – zur Türöffnung, allein mit dem Licht. Die weißen Terrassen von Pamukkale lagen still vor mir, als hätte die Zeit den Atem angehalten. Warmes Thermalwasser floss über die Sinterstufen, die wie zu Stein gewordene Wellen in den Hang gemeißelt sind – ein Werk der Natur, geschaffen über Jahrtausende. Oberhalb ruht Hierapolis, die antike Kurstadt aus hellenistisch-römischer Zeit. Schon vor über zweitausend Jahren kamen Menschen hierher – suchten Heilung, badeten


Kayaköy – Das Echo der Stille (12.4.25)
Zwischen den grünen Hügeln bei Fethiye liegt Kayaköy – ein Dorf ohne Stimmen, doch voller Geschichten. Wind streicht durch leere Fensterhöhlen, als würde er längst Verstummtes flüstern. Verwunschene Gassen, von Ginster und Zeit überwuchert, führen vorbei an Mauern, die einst Heimat waren. Hier lebten einst griechische Familien, bauten Häuser, beteten in zwei Kirchen, lachten, liebten, lebten – bis das große Schweigen kam. 1923 verließen sie ihre Heimat, und mit ihnen ging das


Izmir – zwischen Basar und Brise (11.4.25)
Schnee in Bozüyük bei minus 5° (550 km zu fahren) Izmir empfing mich offen – mit dem Glanz der Mittagssonne über der Bucht und dem Duft von Mokka und Gewürzen in der Luft. Ich verlor mich für Stunden im Kemeralti-Basar, einem Labyrinth aus Läden, Innenhöfen und Teehäusern. Zwischen Stoffen, Gewürzen und Stimmen flimmert hier ein Stück Orient, lebendig und uralt, und doch ganz gegenwärtig. Ein paar Schritte weiter, am Konak-Platz, steht der Uhrturm – ein feingliedriges Meister


Burj Al Babas – Schlösser für Geister (10.4.25)
Irgendwo im Nirgendwo, zwischen Ankara und dem Schwarzen Meer, ragen hunderte Türmchen gen Himmel. Wie ein Traum, den man zu früh geweckt hat. Ich stand heute allein inmitten einer Stadt, die nie erwacht ist. Burj Al Babas – ein Ort, der einst als Inbegriff von Luxus und Hoffnung gedacht war, steht nun leer, verfallen, vergessen. Über 500 schneeweiße Schlösschen, alle gleich, alle verschieden – ein groteskes Märchen in Beton gegossen. Ein Wächter, freundlich und neugierig, öf


Mit der Himalayan zur Biwak-Schachtel (10.4.25)
Als Bergler bin ich einiges gewohnt, aber die Fahrt zum Ortaköy Bundgalov Evleri gehört schon zu den eher ungewöhnlichen Begebenheiten. Nach vier Stunden Fahrt von Canakkale nach Geyve, mehrheitlich im Regen bei 2-4°, hätte ich mir eine schöne warme Unterkunft gewünscht. Der Vermieter kommt mir entgegen und sagt, er hätte nicht damit gerechnet, dass ich komme, daher war die Hütte noch «gefroren». Er sagt, die Hütte liege auf 1’000m, aber das stimmt nicht, mein Höhenmesser sag


Vor dem Trojanischen Pferd in Çanakkale (6.4.25)
Es steht da – groß, hölzern, stumm und doch trägt es die Stimmen von Jahrhunderten in sich. Nicht das Original, sondern ein Sinnbild, geboren aus Mythos, Film und Erinnerung. Ein Pferd, das nicht galoppierte, sondern verbarg. Ein Denkmal der List, aber auch der Vergänglichkeit von Macht und Mauern. Hinter mir das Meer, vor mir Geschichte – und mittendrin ich, ein Reisender auf Zeit, mit Fragen im Gepäck, und offenen Augen für das, was Menschen verbindet und trennt. Über Troja


Ein Raum aus Licht und Hoffnung (8.4.25)
Große Hatime-Ana-Moschee – Terzioğlu-Campus der Universität, Canakkale Am Rand der Dardanellen, wo sich Europa und Asien fast berühren, erhebt sich in imposanter Würde die Große Hatime-Ana-Moschee. Sechs schlanke Minarette ragen gen Himmel – klassische Eleganz trifft auf moderne Klarheit. In meinem Video erkennt man gut, wie harmonisch die Moschee in ihre Umgebung eingebettet ist – fast wie ein ruhender Pol im ständigen Strom des Lebens. Die Moschee bietet Raum für bis zu 10.


Brücke zwischen den Welten (6.4.25)
Die Çanakkale-1915-Brücke (türkisch 1915 Çanakkale Köprüsü) ist eine Autobahn- Hängebrücke in der Türkei. Gemessen an ihrer Spannweite von 2023 Metern ist sie die längste Hängebrücke der Welt. Sie überspannt in der Marmararegion die Dardanellen als wichtigster Bauabschnitt der neuen Kınalı-Tekirdağ-Çanakkale-Balıkesir-Autobahn. Sie verbindet nicht nur Ufer, sondern Vergangenheit und Zukunft, Krieg und Frieden, Erinnerung und Aufbruch. Die offizielle Eröffnung fand 2022 statt,


„Gestiftete Güte: Kleine Zeichen großer Herzen entlang der Seidenstraße“
Auf meinem Weg entlang der alten Seidenstraße begegnen mir immer wieder stille Zeugen gelebter Nächstenliebe: Hayrat-Brunnen – einfache Wasserstellen, gestiftet im Gedenken an Verstorbene. In Stein gemeißelte Namen, oft begleitet von einem Koran-Vers, erzählen von Menschen, die in Dankbarkeit und Demut etwas zurückgeben wollten. Nicht laut, nicht prunkvoll – sondern still, bescheiden und für jeden da. Was mich besonders berührt: Diese Orte sind mehr als nur Wasserspender. Sie


Der Mann mit dem Esel (3.4.25)
Es ist fast so, als wäre mein Zündschlüssel mit den Schleusen des Himmels verbunden. Kaum starte ich meinen Töff, schon beginnt es zu regnen. Vier Stunden in sintflutartigen Schauern, das macht richtig Freude, vor allem wenn die Prognosen gut waren. Griechenland lasse ich nach 4 Mautstellen (immer zwischen 35 Cents und 1.30€) hinter mir und komme zum Grenzübergang Ipsala. Der Stau ist gigantisch, wie ich im Nachhinein erfahren habe, ist Zuckerfest, ein zusätzlicher Feiertag f


Mond Meteoriten (29.3.25)
Gestern bei strömendem Regen in Parga abgefahren. Die 3 nassen Stunden sind anstrengend. Kurz vor Kastraki macht der Himmel auf. Ich trockne meine Sachen bei einer Kapelle und ändere noch etwas an der Gepäckbefestigung. Im Hintergrund sieht man die Schneeberge, vermutlich der Gipfel des Koziakas 1901m (Bild oben). In der Ferne sieht man schon die Felsen von Meteora. Ich logiere in einer kleinen Wohnung mit Namen: «Mond Meteoriten» unmittelbar am Fusse der beiden Klöster Agia


Bitter und Umami (23.3.25)
Jetzt fragen sich wahrscheinlich einige, was wohl umami sein soll. Es gilt neben süss, sauer, bitter und salzig als die fünfte Geschmacksrichtung und heisst korrekt übersetzt: köstlich. Unter dieses Motto möchte ich den kleinen Rückblick auf Albanien stellen: Ich beginne mit der Fahrweise, denn damit wurde ich täglich konfrontiert. Das Strassenbild zeigt vom Pferdefuhrwerk bis zum aufgeblasenen Offroader alles. Jeder fährt, was die Karre hergibt. Die meisten schauen nicht in


Töff auf dem Floss und «Blaues Auge» (22.3.25)
Frühstück auf Balkonien. Airbnbs haben den Vorteil, dass man selbst kochen oder etwas zubereiten kann. Ich genehmige mir ein Frühstück nach meinem Gusto und Meerblick. Vorsicht: in Albanien sollte man das Hahnenwasser nicht trinken. Am 21. hatte ich töfffrei und eine Wanderung gemacht. Ich wollte der Küste entlang wandern, was aber gar nicht so einfach war, weil viele Streckenabschnitte militärisch gesperrt waren. Es war trotzdem schön. Ich habe Sarandë genossen. Heute mache


Asiatische Touristen und Korfu in Sicht (20.3.25)
Trotz des strahlenden Sonnenscheins ist es noch kalt (in der Nacht 2° in Vlorë). Die Fahrt über Fier und Kuçovë führt mich durch Ölfelder Albaniens und sehr vielen Feldern und Olivenplantagen. Ein bisschen sieht Berat aus wie ein Alpendorf und prompt tauchen Busse mit asiatischen Touristen auf. Hier zeigt sich Albanien von einer etwas anderen Seite als an der Küste. Die Armut scheint nicht mehr so gross zu sein, vermutlich wegen der fruchtbaren Böden und des Tourismus und es


Das Kanu des Manitou und der Äscher in weiss (16.3.25)
Einmal mehr hat es sich gelohnt, frühmorgens auf Achse zu sein; ganz nach dem Motto: «der frühe Vogel hat wohl senile Bettflucht». Google Maps findet den Niagara Wasserfall punktgenau. Ich bin ganz allein an einem wunderschönen Ort mit glasklarem Wasser. Aber wieso Niagara? Der Name stammt vom Restaurant gleich oberhalb des Wasserfalles, welcher Süsswasserfisch in diversen Macharten anbietet. Hätte Winnetou hier gelebt, hätte der Film wohl: «das Kanu des Manitou» geheissen. D


Nationalpark und Wasserpark (15.03.25)
Das Wetter ist immer noch schlecht bis sehr schlecht. Dank MeteoSchweiz habe ich praktisch auf die Stunde genau, die optimalen Zeitfenster für eine unbeschwerte Fahrt. Montenegro ist eine Republik an der südöstlichen Adriaküste in Südosteuropa und gehört zu den kleineren Staaten. Die Hauptstadt heisst Podgorica. Man spricht montenegrinisch und zahlt in Euro, am liebsten Cash. Der Zoll ist streng, im strömenden Regen muss ich ID, Führerausweis, dann den internationalen Führera


Hotel zur letzten Dämmerung (14.03.25)
Fünf verlassene Hotels, das «Gran Hotel» und die Hotels „Pelegrin“, „Goricina I“, „Kupari“ und „Goricina II“ in der Kupari Bucht im Süden Kroatiens, können nicht übersehen werden. Deshalb ist auch dieser Lost Place kein Secret Place, sondern einer der wohl bekanntesten verlassenen Orte in Europa in der wunderschönen Zupa Dubrovacka Bucht. Es ist ein seltsames Gefühl hier den Strand zu geniessen, während die Kulisse um einen herum nur aus riesigen zerbombten, geplünderten und
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