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Weltlinien.ch


Deutschland: von Salz, Fachwerk und mittelalterlichen Mauern
23.9.26 An Cornelias Geburtstag verlassen wir Skandinavien. Bei ruhiger See bringt uns die Fähre hinüber nach Rostock. Bevor wir weiter nach Lüneburg fahren, machen wir noch einen Zwischenhalt in Lübeck – und damit in einer Stadt, deren Geschichte wie kaum eine andere mit dem Norden verbunden ist. Über Jahrhunderte war Lübeck die «Königin der Hanse», eines mächtigen Bundes von Handelsstädten, dessen Verbindungen von Russland über Skandinavien bis weit nach Westeuropa reichte


Wo Vögel ziehen und Wikinger Wache hielten
21.9.26 Heute sind wir beim Falsterbo Fyr, einem der bedeutendsten Orte Europas zur Beobachtung des Vogelzugs. Die Lage ganz im Südwesten Schwedens ist ideal: Im Herbst sammeln sich hier gewaltige Mengen von Zugvögeln, bevor sie über den Öresund und weiter Richtung Süden ziehen. Und tatsächlich: Rund um den Leuchtturm stehen sicher dreissig Vogelbeobachter – ausgerüstet mit Fernrohren und Teleobjektiven von Dimensionen, bei denen man beinahe vermuten könnte, sie wollten die


Malmö, Wallander und die Steine von Ale
Auf unserem Weg nach Südschweden und Schonen machen wir Halt in Malmö; und die Stadt überrascht uns. Malmö wird immer wieder mit Kriminalität, Banden und Gewalt in Verbindung gebracht. Tatsächlich hatte die Stadt über Jahre erhebliche Probleme mit Schiessereien und organisierter Kriminalität. Aber das Bild ist differenzierter, als es manche Schlagzeile vermuten lässt. 2025 fühlten sich 63 Prozent der Malmöer auch abends allein draussen sicher; 2021 waren es erst 54 Prozent. A


Leberget, Mölle und Ransvik
18.9.26 Heute lassen wir das Auto stehen und steigen auf die Velos. Von Leberget fahren wir Richtung Mölle, immer wieder mit Blick auf das Meer. Mölle ist ein hübscher kleiner Bade- und Hafenort am Fuss des Kullabergs – einst eines der mondänsten Seebäder Schwedens. Schon Ende des 19. Jahrhunderts kamen Gäste von weit her hierher, nicht zuletzt, weil Mölle mit einer kleinen gesellschaftlichen Sensation aufwartete: Männer und Frauen badeten gemeinsam im Meer. Was heute selbst


Wenn die Reise leiser wird
13.–16.09. 2026 Bei Regen verlassen wir Kristiansund. Vor uns liegt noch einmal eine der berühmtesten Strassen Norwegens: die Atlantikstrasse. Bei diesem Wetter zeigt sie allerdings zunächst wenig von ihrer fotogenen Seite. Also warten wir geduldig auf ein paar Sonnenstrahlen – und drehen sogar noch einmal kurz um, um die Brücken, Inseln und das Meer doch noch in etwas freundlicherem Licht festzuhalten. Dann geht es weiter nach Molde und Åndalsnes, vorbei an den Trollstigen


Beton 1964 – Holz 2024
12.9.26 Wir fahren von Verdal nach Kristiansund – eine lange, aber ausgesprochen schöne Reise durch eine Landschaft, die uns einmal mehr zeigt, wie abwechslungsreich Norwegen ist. In Kristiansund besuchen wir zuerst die Kirkelandet Kirche. Schon von aussen ist sie ungewöhnlich: kein traditioneller Kirchenbau, sondern eine fast skulpturale Konstruktion aus weissem Beton. Die heutige Kirche wurde 1964 nach Plänen des Architekten Odd Østbye eingeweiht. Ihre Vorgängerin, eine gr


Mönche, Pilger und Wikinger - Munkeby und Stiklestad
11.9.26 Am Morgen präsentiert sich dieser Ausblick von unserem AirBnB: Unser erster Besuch heute gilt dem Kloster Munkeby bei Levanger. Hier leben wieder Zisterziensermönche – Angehörige jenes Ordens, der seit dem Mittelalter für ein schlichtes Leben zwischen Gebet und körperlicher Arbeit steht. Wir treffen einen Mönch, ursprünglich aus Frankreich, der gemeinsam mit einem Steinhauer Bodenplatten bearbeitet. Ein schönes Bild: zwei Männer, Stein, Hammer und Meissel – und eine


Vom Eis zum Kornfeld
10.9.26 Wir verlassen Bodø mit einem Gedanken im Gepäck, der uns inzwischen immer häufiger begleitet: Wie wäre es wohl, hier einmal den Winter zu erleben? Für 2028/2029 entsteht langsam eine Idee: Bodø – Alta – Berlevåg, an jedem Ort einige Wochen bleiben, den hohen Norden nicht nur bereisen, sondern für eine Weile darin leben. Dunkelheit, Schnee, Sturm und Nordlicht statt Mitternachtssonne. Kaum sind wir unterwegs, gibt es einen unerwarteten Abschiedsgruss: Nahe der Strass


Wo das Meer zu kochen beginnt
8.9.26 Heute besuchen wir den Saltstraumen, einen der stärksten Gezeitenströme der Welt. Diese Bild stammt von einer Drohne, nicht von mir. Zuerst betrachten wir das Schauspiel von der hohen Brücke aus. Von hier oben erkennt man die gewaltigen Strömungen, die Wirbel und Strudel, die entstehen, wenn die ungeheure Wassermasse von 400 Mio Kubikmeter durch die nur rund 150 Meter breite Meerenge zwischen Saltfjord und Skjerstadfjord gepresst werden. Etwa alle sechs Stunden wechs


Ein letzter Gruss der Lofoten – Bodø heisst uns willkommen
6.9.26 Wir verlassen die Lofoten mit einem wunderbaren Abschiedsgeschenk. Nach all den unterschiedlichen Wetterstimmungen der vergangenen Tage zeigt sich die Sonne noch einmal und verzaubert die Landschaft in warmen, beinahe unwirklichen Farben. Besonders Reine liegt wunderschön im Licht – die steilen Berge, das Meer und die kleinen roten Rorbuer scheinen für einen Moment noch intensiver zu leuchten. Ein Bild, das bleibt. In Moskenes fahren wir auf die Fähre und setzen über


Erinnerungen am Nonstind
4.9.26 Von Ballstad wandern wir hinauf auf den Nonstind. Der Weg steigt zunehmend steil an, doch über die steilsten Passagen führt eine Sherpa-Treppe – sorgfältig aus großen Natursteinen gebaut. Das macht den Aufstieg ausgesprochen angenehm und lässt einen einmal mehr staunen, mit welchem handwerklichen Können diese Wege in die steile Landschaft gelegt werden. Schon während des Aufstiegs kommt mir die Landschaft seltsam vertraut vor. Und tatsächlich: Wie erstaunlich gut doc


Ein Schiff an Land – und weiter zu den Lofoten
4.9.2026 Unser erster Besuch gilt der Inga Sámi Siida bei Sortland. Leider stehen wir vor verschlossenen Türen – schade, denn gerne hätten wir noch einmal etwas mehr über das Leben und die Rentierhaltung der Sámi auf den Vesterålen erfahren. Dafür erwartet uns in Stokmarknes eine echte Überraschung: das Hurtigrutenmuseum. Stokmarknes gilt als Geburtsort der Hurtigrute. Hier gründete Kapitän Richard With 1893 jene regelmäßige Schiffsverbindung, die für die abgelegenen Orte e


Vom Mann aus dem Meer zu den Fischen im Meer
31.8.26 Heute besuchen wir in Vinje bei Bø zwei Kunstwerke, die kaum besser an diesen Ort passen könnten: «Mannen fra Havet» und «Rodd Fiske». Der «Mannen fra Havet» steht seit 1994 draussen am Meer und ist das wohl bekannteste Wahrzeichen von Bø. Die 4,3 Meter hohe Figur aus Gusseisen stammt vom norwegischen Künstler Kjell Erik Killi Olsen und gehört zum grossen Kunstprojekt Skulpturlandskap Nordland. Der Mann ist dem Meer entstiegen und steht nun an Land. In seinen Händen


Narvik – Eisenerz, Fjorde und ein Hauch von Alpen
28.8.26 Für eine Woche bekommen wir Verstärkung: Ein alter Freund besucht uns im hohen Norden. Wir holen ihn am Flughafen Harstad/Narvik ab und fahren gemeinsam nach Narvik, einer Stadt mit rund 14'000 Einwohnern, eindrücklich gelegen am Ofotfjord. Narviks Geschichte und Wohlstand sind untrennbar mit dem Eisenerz verbunden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Bahnverbindung zu den reichen Erzgruben im nordschwedischen Kiruna aufgebaut. Seit 1902 rollt das Erz über die Ofotb


Tromsø – wo die Stadt den Fjord umarmt
26.8.26 Wir wohnen in Tromsdalen, unmittelbar an der Tromsøbrua. Von hier führt die gut einen Kilometer lange Brücke direkt hinüber auf Tromsøya, die Insel, auf der das eigentliche Stadtzentrum liegt. Direkt neben unserer Unterkunft steht eines der Wahrzeichen Tromsøs: die Eismeerkathedrale, eigentlich Tromsdalen kirke. Wir waren bereits 2013 einmal hier an einem Mitternachtskonzert. Der 1965 eröffnete Bau des Architekten Jan Inge Hovig wirkt mit seinen steil aufragenden,


Ein bisschen Blau im Rost – die Geschichte der Sandra B
24.8.26 Draußen bei Lyngstuva, ganz im Norden der Lyngenhalbinsel, liegt zwischen Felsen und Meer das, was von einem alten Schiff übriggeblieben ist. Kein stolzes Wrack mehr, das aufrecht in der Brandung steht – vielmehr ein großes Puzzle aus verbogenen Stahlplatten, Spanten und rostigen Trümmern. Natürlich macht mich so etwas neugierig. Wir klettern zwischen den Überresten herum, betrachten Konstruktion, Nieten, Schweißnähte und Stahlplatten. Irgendwo entdecke ich zwei Zei


In den Lyngenalpen, vom Verteidigungsbunker zum Whiskylager
23.8.26 Von Alta nach Lyngseidet wählen wir den Landweg. Er ist zwar länger, dafür führt er uns durch eine großartige Landschaft und schenkt uns immer wieder Ausblicke auf die Lyngenalpen. Heute verstecken sich deren schroffe Gipfel teilweise hinter Wolken und Dunst – schade, denn bei klarer Sicht muss dieses Gebirge gewaltig wirken. Aber auch so hat die Fahrt ihren ganz eigenen Reiz. Solhov – ein Schloss aus Holz und voller Geschichte Etwas südlich von Lyngseidet steht ein


Sørøya: wo die Stille Geschichten erzählt
21.8.26 Heute früh brechen wir auf nach Sørøya, jener grossen, zerklüfteten Insel weit draussen vor der Küste der Finnmark. Von Øksfjord bringt uns die Fähre nach Hasvik – und schon die Überfahrt vermittelt dieses Gefühl, noch ein Stück weiter hinauszufahren. Unsere erste Wanderung heisst Sørvær Andotten. Ein eindrücklicher Weg entlang der Klippen, über karge Hänge und hoch über dem Meer. Die Landschaft ist weit und beinahe menschenleer – dafür begegnen uns auf Sørøya immer


ALTA – Weite, Steine und eine Landschaft mit Geschichte
18.-20.8.26 Von Karasjok fahren wir über Kautokeino nach Alta. Der Regen begleitet uns fast auf der ganzen Strecke, doch er kann der Schönheit dieser Landschaft wenig anhaben. Im Gegenteil: Unter den tiefen Wolken wirken die Hochebenen noch weiter, die Farben noch kräftiger und die Landschaft noch nordischer. Besonders eindrücklich ist der letzte Abschnitt: Vom Vakkerfjellet führt die Strasse hinunter Richtung Alta, und plötzlich öffnet sich vor uns die Landschaft zum Altafjo


Karasjok – kein Highlight im hohen Norden
17.8.26 Die Fahrt von Mehamn über Lakselv ist herrlich, zwar regnerisch und neblig, aber ganz speziell. Karasjok, na ja, das angepriesene Angebot in Karasjok lässt heute etwas zu wünschen übrig. Das Museum ist auf unbestimmte Zeit geschlossen, lediglich die sechs Hütten im Aussenbereich können besichtigt werden. Dafür begegnen wir einer wunderbaren Sámi-Frau mit einem Bachelor in Kunstgeschichte, die sich viel Zeit für uns nimmt und uns vom Leben hier oben erzählt. Und plö
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