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Weltlinien.ch


Vom Eis zum Kornfeld
10.9.26 Wir verlassen Bodø mit einem Gedanken im Gepäck, der uns inzwischen immer häufiger begleitet: Wie wäre es wohl, hier einmal den Winter zu erleben? Für 2028/2029 entsteht langsam eine Idee: Bodø – Alta – Berlevåg, an jedem Ort einige Wochen bleiben, den hohen Norden nicht nur bereisen, sondern für eine Weile darin leben. Dunkelheit, Schnee, Sturm und Nordlicht statt Mitternachtssonne. Kaum sind wir unterwegs, gibt es einen unerwarteten Abschiedsgruss: Nahe der Strass


Wo das Meer zu kochen beginnt
8.9.26 Heute besuchen wir den Saltstraumen, einen der stärksten Gezeitenströme der Welt. Diese Bild stammt von einer Drohne, nicht von mir. Zuerst betrachten wir das Schauspiel von der hohen Brücke aus. Von hier oben erkennt man die gewaltigen Strömungen, die Wirbel und Strudel, die entstehen, wenn ungeheure Wassermassen durch die nur rund 150 Meter breite Meerenge zwischen Saltfjord und Skjerstadfjord gepresst werden. Etwa alle sechs Stunden wechselt die Strömung ihre Rich


Ein letzter Gruss der Lofoten – Bodø heisst uns willkommen
6.9.26 Wir verlassen die Lofoten mit einem wunderbaren Abschiedsgeschenk. Nach all den unterschiedlichen Wetterstimmungen der vergangenen Tage zeigt sich die Sonne noch einmal und verzaubert die Landschaft in warmen, beinahe unwirklichen Farben. Besonders Reine liegt wunderschön im Licht – die steilen Berge, das Meer und die kleinen roten Rorbuer scheinen für einen Moment noch intensiver zu leuchten. Ein Bild, das bleibt. In Moskenes fahren wir auf die Fähre und setzen über


Erinnerungen am Nonstind
4.9.26 Von Ballstad wandern wir hinauf auf den Nonstind. Der Weg steigt zunehmend steil an, doch über die steilsten Passagen führt eine Sherpa-Treppe – sorgfältig aus großen Natursteinen gebaut. Das macht den Aufstieg ausgesprochen angenehm und lässt einen einmal mehr staunen, mit welchem handwerklichen Können diese Wege in die steile Landschaft gelegt werden. Schon während des Aufstiegs kommt mir die Landschaft seltsam vertraut vor. Und tatsächlich: Wie erstaunlich gut doc


Ein Schiff an Land – und weiter zu den Lofoten
4.9.2026 Unser erster Besuch gilt der Inga Sámi Siida bei Sortland. Leider stehen wir vor verschlossenen Türen – schade, denn gerne hätten wir noch einmal etwas mehr über das Leben und die Rentierhaltung der Sámi auf den Vesterålen erfahren. Dafür erwartet uns in Stokmarknes eine echte Überraschung: das Hurtigrutenmuseum. Stokmarknes gilt als Geburtsort der Hurtigrute. Hier gründete Kapitän Richard With 1893 jene regelmäßige Schiffsverbindung, die für die abgelegenen Orte e


Vom Mann aus dem Meer zu den Fischen im Meer
31.8.26 Heute besuchen wir in Vinje bei Bø zwei Kunstwerke, die kaum besser an diesen Ort passen könnten: «Mannen fra Havet» und «Rodd Fiske». Der «Mannen fra Havet» steht seit 1994 draussen am Meer und ist das wohl bekannteste Wahrzeichen von Bø. Die 4,3 Meter hohe Figur aus Gusseisen stammt vom norwegischen Künstler Kjell Erik Killi Olsen und gehört zum grossen Kunstprojekt Skulpturlandskap Nordland. Der Mann ist dem Meer entstiegen und steht nun an Land. In seinen Händen


Narvik – Eisenerz, Fjorde und ein Hauch von Alpen
28.8.26 Für eine Woche bekommen wir Verstärkung: Ein alter Freund besucht uns im hohen Norden. Wir holen ihn am Flughafen Harstad/Narvik ab und fahren gemeinsam nach Narvik, einer Stadt mit rund 14'000 Einwohnern, eindrücklich gelegen am Ofotfjord. Narviks Geschichte und Wohlstand sind untrennbar mit dem Eisenerz verbunden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Bahnverbindung zu den reichen Erzgruben im nordschwedischen Kiruna aufgebaut. Seit 1902 rollt das Erz über die Ofotb


Tromsø – wo die Stadt den Fjord umarmt
26.8.26 Wir wohnen in Tromsdalen, unmittelbar an der Tromsøbrua. Von hier führt die gut einen Kilometer lange Brücke direkt hinüber auf Tromsøya, die Insel, auf der das eigentliche Stadtzentrum liegt. Direkt neben unserer Unterkunft steht eines der Wahrzeichen Tromsøs: die Eismeerkathedrale, eigentlich Tromsdalen kirke. Wir waren bereits 2013 einmal hier an einem Mitternachtskonzert. Der 1965 eröffnete Bau des Architekten Jan Inge Hovig wirkt mit seinen steil aufragenden,


Ein bisschen Blau im Rost – die Geschichte der Sandra B
24.8.26 Draußen bei Lyngstuva, ganz im Norden der Lyngenhalbinsel, liegt zwischen Felsen und Meer das, was von einem alten Schiff übriggeblieben ist. Kein stolzes Wrack mehr, das aufrecht in der Brandung steht – vielmehr ein großes Puzzle aus verbogenen Stahlplatten, Spanten und rostigen Trümmern. Natürlich macht mich so etwas neugierig. Wir klettern zwischen den Überresten herum, betrachten Konstruktion, Nieten, Schweißnähte und Stahlplatten. Irgendwo entdecke ich zwei Zei


In den Lyngenalpen, vom Verteidigungsbunker zum Whiskylager
23.8.26 Von Alta nach Lyngseidet wählen wir den Landweg. Er ist zwar länger, dafür führt er uns durch eine großartige Landschaft und schenkt uns immer wieder Ausblicke auf die Lyngenalpen. Heute verstecken sich deren schroffe Gipfel teilweise hinter Wolken und Dunst – schade, denn bei klarer Sicht muss dieses Gebirge gewaltig wirken. Aber auch so hat die Fahrt ihren ganz eigenen Reiz. Solhov – ein Schloss aus Holz und voller Geschichte Etwas südlich von Lyngseidet steht ein


Sørøya: wo die Stille Geschichten erzählt
21.8.26 Heute früh brechen wir auf nach Sørøya, jener grossen, zerklüfteten Insel weit draussen vor der Küste der Finnmark. Von Øksfjord bringt uns die Fähre nach Hasvik – und schon die Überfahrt vermittelt dieses Gefühl, noch ein Stück weiter hinauszufahren. Unsere erste Wanderung heisst Sørvær Andotten. Ein eindrücklicher Weg entlang der Klippen, über karge Hänge und hoch über dem Meer. Die Landschaft ist weit und beinahe menschenleer – dafür begegnen uns auf Sørøya immer


ALTA – Weite, Steine und eine Landschaft mit Geschichte
18.-20.8.26 Von Karasjok fahren wir über Kautokeino nach Alta. Der Regen begleitet uns fast auf der ganzen Strecke, doch er kann der Schönheit dieser Landschaft wenig anhaben. Im Gegenteil: Unter den tiefen Wolken wirken die Hochebenen noch weiter, die Farben noch kräftiger und die Landschaft noch nordischer. Besonders eindrücklich ist der letzte Abschnitt: Vom Vakkerfjellet führt die Strasse hinunter Richtung Alta, und plötzlich öffnet sich vor uns die Landschaft zum Altafjo


Karasjok – kein Highlight im hohen Norden
17.8.26 Die Fahrt von Mehamn über Lakselv ist herrlich, zwar regnerisch und neblig, aber ganz speziell. Karasjok, na ja, das angepriesene Angebot in Karasjok lässt heute etwas zu wünschen übrig. Das Museum ist auf unbestimmte Zeit geschlossen, lediglich die sechs Hütten im Aussenbereich können besichtigt werden. Dafür begegnen wir einer wunderbaren Sámi-Frau mit einem Bachelor in Kunstgeschichte, die sich viel Zeit für uns nimmt und uns vom Leben hier oben erzählt. Und plö


Rentiere, Moltebeeren, ein Leuchtturm und das Meer
14.8.26 Heute fahren wir nach Gamvik und machen uns von dort zu Fuss auf den Weg zum Slettnes Fyr – nicht auf einem eigentlichen Wanderweg, sondern einfach der Küste entlang, quer durch die offene Landschaft. Und was für eine Landschaft! Weit, karg und gleichzeitig unglaublich lebendig. Immer wieder begegnen uns Rentiere, manche ganz nahe, andere ziehen ruhig durch die Tundra. Dazu unzählige Vögel, die über uns, zwischen den Felsen und entlang der Küste unterwegs sind. Und


Von Seeadlern, einer Höhle und einem Gedanken an den Winter
12.8.26 Heute fahren wir nach Kongsfjord und wandern auf Veines hinaus zur Vogelbeobachtungshütte. Die Landschaft ist weit und still, Meer, Fels und Tundra gehen beinahe nahtlos ineinander über. Und über uns spielt sich ein kleines Naturschauspiel ab: Wir beobachten vier Seeadler und sogar einen Gerfalken. Ein wunderbarer Auftakt zu einem Tag, der uns noch lange beschäftigen wird. Danach besuchen wir Linda Daldoff im Kafe Velferden. Linda ist eine jener Menschen, bei denen


Hurtigrute
Jeden Abend gegen 22 Uhr geschieht in Berlevåg etwas beinahe Gespenstisches. In kurzem Abstand begegnen sich hier die Schiffe der Hurtigrute – eines nordwärts, eines südwärts. Sie legen nur kurz an, und manchmal scheint der Aufenthalt kaum länger zu dauern als unbedingt nötig. Ich stehe am unbewachten Quai, ganz nah am Geschehen, fotografiere und filme. Dann taucht dieses riesige Schiff in der hellen arktischen Nacht auf, gleitet beinahe lautlos an die Kaimauer und plötzlich


Tanahorn – Weite, Wind und neue Ziele
11.8.26 Heute sind wir mit den Velos zum Fuss des Tanahorns gefahren und von dort zu Fuss weiter auf den Gipfel. Bei 70°52’31’’ Nord und 28°50’25’’ Ost stehen wir weit oben im hohen Norden – und erwischen tatsächlich noch ein wunderbares Schönwetterfenster. Die Landschaft ist überwältigend. Karg, weit und beinahe grenzenlos. Kaum etwas verstellt den Blick, die Linien der Landschaft verlieren sich am Horizont, darüber dieser riesige nordische Himmel. In der Ferne schauen wir


Berlevåg – wo Wind und Wetter zum Leben gehören
10.8.26 Heute erkunden wir Berlevåg mit den Velos. Das Wetter zeigt sich dabei so, wie man es hier oben wohl erwarten darf: wechselhaft, windig und zwischendurch ziemlich garstig. Aber gerade das gehört zu diesem Ort. Hier scheint das Wetter nicht Kulisse zu sein, sondern Teil des Lebens. Im Berlevåg Havnemuseum tauchen wir zunächst in die Geschichte dieses kleinen Fischerortes ein. Das Meer hat Berlevåg geprägt – als Lebensgrundlage, Verkehrsweg und manchmal auch als erbar


Ein stiller Riese am Strand von Berlevåg
Manchmal liegen die überraschendsten Entdeckungen einfach am Wegesrand – oder in diesem Fall zwischen Steinen und Tang an der Küste von Berlevåg. Schon von weitem erkennen wir die Überreste eines größeren Tieres. Beim Näherkommen wird klar: Hier liegt das Skelett eines Wals. Und obwohl die Verwesung bereits weit fortgeschritten ist, haftet noch reichlich Gewebe an den Knochen. Der Geruch ist entsprechend bestialisch – unsere Neugier allerdings zunächst stärker. Also wird geme


Wo drei Länder aufeinander treffen. Wegmarken im Leben
8.8.26 Schon die Anfahrt zum Ausgangspunkt unserer Wanderung ist ein kleines Abenteuer. Wir fahren tief hinein in die Wälder von Øvre Pasvik, in eine Landschaft, die zur westlichsten Ausdehnung der eurasischen Taiga gehört. Unser Ziel ist der Parkplatz Grensefoss, weit draussen in der Wildnis. Die Strasse wird zunehmend schlechter, die letzten rund 20 Kilometer fahren wir über Gravel. Schlaglöcher, Steine und Schotter bremsen uns immer wieder – hier draussen bekommt bereits
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