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Narvik – Eisenerz, Fjorde und ein Hauch von Alpen

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29. Aug.
2 Min. Lesezeit

28.8.26   Für eine Woche bekommen wir Verstärkung: Ein alter Freund besucht uns im hohen Norden.

Wir holen ihn am Flughafen Harstad/Narvik ab und fahren gemeinsam nach Narvik, einer Stadt mit rund 14'000 Einwohnern, eindrücklich gelegen am Ofotfjord.

Narviks Geschichte und Wohlstand sind untrennbar mit dem Eisenerz verbunden.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Bahnverbindung zu den reichen Erzgruben im nordschwedischen Kiruna aufgebaut. Seit 1902 rollt das Erz über die Ofotbanen hinunter nach Narvik, wo der vom Golfstrom eisfrei gehaltene Hafen den ganzjährigen Export ermöglicht. Bis heute prägen die langen Erzzüge und die gewaltigen Verladeanlagen das Bild der Stadt.

Besonders eindrücklich ist der Blick von der weit geschwungenen Hålogalandbrua über den Ofotfjord. Tief unter uns liegen Hafen und Industrieanlagen: Dimensionen, die einen erst aus dieser Perspektive richtig staunen lassen. Die riesigen Anlagen zur Lagerung und Verladung des Erzes wirken fast wie eine eigene Stadt aus Stahl, Förderbändern und Silos.

Im Februar und März 2029 werden auf dem Narvikfjellet die Alpinen Skiweltmeisterschaften ausgetragen.

Natürlich wollen wir die Landschaft auch zu Fuss erleben.

Unsere Wanderung führt uns zu den Seen beim Forsavatnet – rund 12 Kilometer und dreieinhalb Stunden durch eine überraschend vertraute Bergwelt. Steile Flanken, kahle Gipfel, kleine Seen zwischen den Bergen und dazwischen die Anlagen des Skigebiets. Manchmal müssen wir uns fast daran erinnern, dass wir weit nördlich des Polarkreises unterwegs sind.

Und doch ist Narvik unverwechselbar nordnorwegisch: Fjord und Hochgebirge liegen unmittelbar nebeneinander, während unten am Wasser die Erzzüge ankommen und oben bereits die Skipisten auf die Weltmeister von 2029 warten.


Regen, Ruten und ein neues Zuhause

Nach zwei Tagen in Narvik ziehen wir weiter Richtung Vesterålen und beziehen unser nächstes Zuhause am Eidsfjordveien bei Sortland. Die Landschaft wäre vermutlich grossartig – nur hält sie sich vorerst ziemlich konsequent hinter tiefen Wolken und Regenschleiern versteckt.

Aber schlechtes Wetter ist im Norden bekanntlich kein Grund, nichts zu unternehmen. Also machen wir das Beste daraus und gehen gemeinsam fischen. Ruten auswerfen, warten, reden, wieder einholen – und hoffen, dass sich unter der grauen Wasseroberfläche wenigstens die Fische nicht vom Wetter beeindrucken lassen.

Es sind diese ruhigen Tage, die auf einer Reise manchmal genauso wertvoll sind wie die grossen Wanderungen und spektakulären Landschaften. Und mit einem alten Freund zusammen braucht es ohnehin nicht viel Programm: ein Stück Küste, eine Angel und genügend Zeit.

 

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