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Hurtigrute

tr7079
11. Aug.
1 Min. Lesezeit

Jeden Abend gegen 22 Uhr geschieht in Berlevåg etwas beinahe Gespenstisches. In kurzem Abstand begegnen sich hier die Schiffe der Hurtigrute – eines nordwärts, eines südwärts. Sie legen nur kurz an, und manchmal scheint der Aufenthalt kaum länger zu dauern als unbedingt nötig.

Ich stehe am unbewachten Quai, ganz nah am Geschehen, fotografiere und filme. Dann taucht dieses riesige Schiff in der hellen arktischen Nacht auf, gleitet beinahe lautlos an die Kaimauer und plötzlich geht alles unglaublich schnell.

Leinen fest, Klappen auf. Ein Volvo fährt ins Schiff und verschwindet mit einem Lift ins Untergeschoss. Ein kleiner Stapler bringt ein paar Kisten an Bord. Menschen und Waren wechseln in wenigen Minuten zwischen Land und Schiff – routiniert, unspektakulär, fast wie bei einer Bushaltestelle.

Und kaum hat man begriffen, was gerade geschieht, werden die Leinen wieder gelöst. Das gewaltige Schiff schiebt sich vom Quai weg und entschwindet fast gespenstisch in der hellen Nacht.

Zurück bleiben der leere Kai, das Rauschen des Meeres und die erstaunliche Erkenntnis, wie selbstverständlich dieser kleine Ort am Rand Europas jeden Abend für ein paar Minuten Teil einer grossen Lebensader entlang der norwegischen Küste wird.


Übrigens:

Auch die Fahrzeugprüfung kommt hier auf Rädern: Seit gestern steht mitten in Berlevåg ein gewaltiger gelber Truck des NAF.

Unsere Vermutung bestätigt sich – im Auflieger verbirgt sich eine komplette mobile Fahrzeugprüfstelle. Statt die Bewohner für die gesetzliche Fahrzeugkontrolle über weite Strecken fahren zu lassen, reist der Prüfstand durch die abgelegenen Orte Nordnorwegens. Und tatsächlich: Berlevåg steht vom 10. bis 12. August auf seinem offiziellen Fahrplan. Eine ebenso pragmatische wie sympathische Lösung für das Leben am Rand Europas.

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