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Erinnerungen am Nonstind

tr7079
vor 6 Tagen
2 Min. Lesezeit

4.9.26 Von Ballstad wandern wir hinauf auf den Nonstind.

Der Weg steigt zunehmend steil an, doch über die steilsten Passagen führt eine Sherpa-Treppe – sorgfältig aus großen Natursteinen gebaut. Das macht den Aufstieg ausgesprochen angenehm und lässt einen einmal mehr staunen, mit welchem handwerklichen Können diese Wege in die steile Landschaft gelegt werden.

Schon während des Aufstiegs kommt mir die Landschaft seltsam vertraut vor. Und tatsächlich: Wie erstaunlich gut doch das Bild-Gedächtnis funktioniert! Oben angekommen, bin ich mir plötzlich sicher –

hier waren wir schon einmal.

Damals war es Anfang August, mitten in der besten Moltebeerenzeit. Vielleicht sind es einzelne Felsen, die Form der Berge oder der Blick hinunter auf Ballstad und das Meer, die diese Erinnerung wieder hervorrufen. Jedenfalls ist es ein wunderbares Gefühl, einen Ort nicht bewusst wiederzusuchen, sondern ihn plötzlich wiederzuerkennen.

Der Nonstind ist auch beim zweiten Mal ein großartiger Aussichtsberg. Unter uns liegen Ballstad, die kleinen Inseln und Buchten, dahinter das offene Meer – und rundherum diese schroffen Lofotenberge, die scheinbar unmittelbar aus dem Wasser wachsen.

Am Nachmittag genießen wir Kaffee und Kuchen im Café Moments, gleich neben der Werft in Ballstad. Dort lernen wir eine junge Spanierin kennen, gelernte Fotografin, die inzwischen auf den Lofoten lebt. Ihre große Leidenschaft sind die Nordlichter, die sie mit der Kamera einfängt.

Aus einem kurzen Gespräch wird eine längere Begegnung. Sie erzählt von ihrem Leben hier oben, von der Fotografie und davon, wie es ist, fern der Heimat auf diesen Inseln zu leben. Solche Begegnungen lassen sich nicht planen – und vielleicht bleiben gerade deshalb oft sie besonders lange in Erinnerung.

Ein Tag mit zwei schönen Wiederentdeckungen: ein vertrauter Ort und ein unbekannter Mensch – und beide hinterlassen eine Erinnerung.

 

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