Vom Mann aus dem Meer zu den Fischen im Meer
Aktualisiert: vor 6 Tagen
31.8.26 Heute besuchen wir in Vinje bei Bø zwei Kunstwerke, die kaum besser an diesen Ort passen könnten: «Mannen fra Havet» und «Rodd Fiske».



Der «Mannen fra Havet» steht seit 1994 draussen am Meer und ist das wohl bekannteste Wahrzeichen von Bø. Die 4,3 Meter hohe Figur aus Gusseisen stammt vom norwegischen Künstler Kjell Erik Killi Olsen und gehört zum grossen Kunstprojekt Skulpturlandskap Nordland. Der Mann ist dem Meer entstiegen und steht nun an Land. In seinen Händen hält er einen Bergkristall – als Opfergabe und Dank an das Meer, das die Menschen hier seit Jahrhunderten ernährt. In seinem Rücken befindet sich eine kleine Nische mit einer goldfarbenen Frauenfigur, Sinnbild für Familie und das neue Leben an Land. Wie ein etwas eigenwilliger Leuchtturm steht er da und blickt hinaus aufs offene Meer.


Nur wenig entfernt liegt «Rodd Fiske», ein sieben Meter langes Kunstwerk aus Cortenstahl von Christin Løkke, das 2022 aufgestellt wurde.


Es erinnert an die Reste eines auseinandergebrochenen Bootes. Dahinter steckt eine persönliche Geschichte: Løkkes Grossvater war Seesame und verlor 1954 sein Boot, als es im Hafen von Skjervøy gerammt und versenkt wurde. Das rostige, vom Wetter gezeichnet wirkende Boot erinnert an all jene, die einst hinaus aufs Meer ruderten, um ihre Familien zu ernähren – und auch an jene, die nicht mehr zurückkehrten.
Und damit sind wir eigentlich schon beim Thema unseres Tages: Fischen.


Mit Lars Pedersen fahren wir hinaus aufs Meer. Sein hübsches Boot «Tora» ist bestens ausgerüstet, mit allerlei Instrumenten und natürlich einem Sonar, mit dem sich die Fischschwärme unter uns orten lassen.
Und tatsächlich: Es beisst.




Na ja, KI ist bei Fischern verpönt, darum habe ich nur die Frisur VOKUHILA korrigiert.

Ich ziehe im Laufe des Tages sieben Fische aus dem Wasser – Blauleng, Seelachs und Storsei. Stefan hat deutlich weniger Glück und fängt genau einen. Dafür hält er sich an das alte Fischerprinzip Qualität vor Quantität: Sein Leng ist der längste Fisch des Tages.
Am Abend kommt die Beute direkt in den Kochtopf. Ich gare den frischen Fisch ganz einfach in einem Salzwasser-Essig-Bad. Keine grosse Kochkunst, keine komplizierten Zutaten, nur Kartoffeln und Salat – bei einem Fisch, der wenige Stunden zuvor noch im Nordmeer geschwommen ist, braucht es das auch nicht.

Herrlich. Mehr Meer geht eigentlich kaum.



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