Karasjok – kein Highlight im hohen Norden
17.8.26 Die Fahrt von Mehamn über Lakselv ist herrlich, zwar regnerisch und neblig, aber ganz speziell.




Karasjok, na ja, das angepriesene Angebot in Karasjok lässt heute etwas zu wünschen übrig. Das Museum ist auf unbestimmte Zeit geschlossen, lediglich die sechs Hütten im Aussenbereich können besichtigt werden.





Dafür begegnen wir einer wunderbaren Sámi-Frau mit einem Bachelor in Kunstgeschichte, die sich viel Zeit für uns nimmt und uns vom Leben hier oben erzählt. Und plötzlich ist diese persönliche Begegnung ohnehin viel wertvoller als jede Ausstellung.
Das Schwimmbad? Geschlossen. Der Sámi-Park? Geschlossen. Schliesslich ist Sonntag. Und auch beim Sámi-Parlament bleiben uns die Türen verschlossen.



Karasjok beherrscht heute die Kunst der Entschleunigung ziemlich konsequent.
Dafür gönnen wir uns ein Essen im Gammen, einem exklusiven Restaurant im Sámi-Stil.


Der Raum ist eindrücklich: Rundholz, man sitzt im Kreis um das offene Feuer, vor sich schwere Rundholz-Trämel als Tische. Darüber hängt ein überdimensionierter Rauchabzug, dessen Geräuschkulisse allerdings eher an ein laufendes Triebwerk als an die stille Weite Lapplands erinnert. Zur akustischen Untermalung singt Bernd Clüver etwas von einer Mundharmonika.

Dann kommt das Rentier-Sirloin. Hervorragend! Leider ungefähr in der Grösse eines Amuse-Bouche, begleitet von Gnocchi. Bei diesem Preis hätte ich eigentlich erwartet, dass wenigstens noch ein Rentierfell oder ein kleines Geweih mitgeliefert wird.
Wir übernachten im Scandic Hotel. Auch dort bleibt Karasjok seiner heutigen Linie treu: Die Buchung über Booking hat offenbar nicht richtig funktioniert, das Frühstück ist plötzlich nicht mehr inklusive und auch das Zimmer entspricht nicht wirklich dem, was wir gebucht hatten.
Und trotzdem: Alles in allem ein gelungener Tag in Karasjok. Vielleicht gerade deshalb. Nicht alles, was geschlossen ist, bleibt einem verschlossen – und manchmal ist eine unerwartete Begegnung mit einem Menschen ohnehin das schönste Museum.



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