Rentiere, Moltebeeren, ein Leuchtturm und das Meer
14.8.26 Heute fahren wir nach Gamvik und machen uns von dort zu Fuss auf den Weg zum Slettnes Fyr – nicht auf einem eigentlichen Wanderweg, sondern einfach der Küste entlang, quer durch die offene Landschaft.
Und was für eine Landschaft! Weit, karg und gleichzeitig unglaublich lebendig. Immer wieder begegnen uns Rentiere, manche ganz nahe, andere ziehen ruhig durch die Tundra.




Dazu unzählige Vögel, die über uns, zwischen den Felsen und entlang der Küste unterwegs sind. Und überall entdecken wir reife Moltebeeren – kleine orangefarbene Kostbarkeiten des Nordens, die natürlich direkt vom Strauch probiert werden müssen.



Es ist einer dieser Tage, an denen man gar nicht recht weiss, wohin man zuerst schauen soll. Die Weite, das Meer, die Tiere, die Farben und dieses besondere Licht – die Landschaft und die Tierwelt sind geradezu berauschend.
Schliesslich taucht vor uns der Slettnes Fyr auf. Wir bauen natürlich sofort selber einen Leuchtturm (mit zwei Leuchten).




Der Leuchtturm steht weit draussen in dieser offenen Landschaft, dem Nordmeer ausgesetzt. Und ausgerechnet hier gibt es ein kleines Café mit wunderbaren Süssigkeiten – nach unserer Wanderung ein beinahe luxuriöser Abschluss. Man könnte beim Leuchtturm sogar übernachten.

Eine reizvolle Vorstellung, doch wir verzichten: Wir fühlen uns ausgesprochen wohl in unserem blauen Haus in Mehamn.




Am Abend wartet dort noch ein kleines Schauspiel auf uns. Gegen 19 Uhr läuft ein Schiff der Hurtigruten in den winzigen Hafen von Mehamn ein. Das grosse Schiff manövriert hinein, legt an und wendet auf erstaunlich engem Raum. Für einen Moment scheint es den ganzen Hafen auszufüllen.


Dann zieht es wieder hinaus.
Ein Tag zwischen Tundra und Meer, zwischen Rentieren und Moltebeeren – und wieder dieses Gefühl, dass der Norden nicht laut sein muss, um uns vollkommen in seinen Bann zu ziehen.




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