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1.4.26 Nicht jeder Weg will gegangen werden

  • tr7079
  • 1. Apr.
  • 1 Min. Lesezeit

Die ruhigen Tage in Tbilisi nutze ich für Gespräche, Recherchen, Abwägungen. Es sind viele Stimmen, und doch zeigen sie alle in eine ähnliche Richtung.

Erfahrene Bergführer, Menschen mit tiefer Russlandkenntnis, raten mir ab. Auch die Einschätzungen aus den Reise-Communities bleiben widersprüchlich. Was bleibt, ist ein Gefühl: Unsicherheit.

Die geopolitische Lage ist angespannt, schwer berechenbar. Gerade die Route durch Tschetschenien gilt als besonders heikel. Offizielle Stellen wie das Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten stufen die Lage als „hoch“ riskant ein, andere noch strenger.

Heute fahre ich selbst bis an den Grenzübergang. Nicht, um ihn zu überqueren – sondern um zu spüren.

Und mein Bauch sagt klar: Nein.

Es ist kein dramatisches Nein. Eher ein stilles, eindeutiges.

Ich beginne zu verstehen, dass Weitergehen nicht immer bedeutet, vorwärts zu fahren. Manchmal liegt die richtige Entscheidung darin, die Richtung zu ändern.

So wächst in mir die Einsicht, dass ich meine Ziele anpassen werde. Der Weg führt wohl zurück, zurück Richtung Heimat.

Nicht aus Angst, sondern aus Respekt. Vor der Situation. Vor dem Ungewissen. Und vor mir selbst.

Und vielleicht liegt darin eine leise Wahrheit dieser Reise: Dass Freiheit nicht nur im Aufbruch liegt, sondern auch im Innehalten.

1 Kommentar


rgnet
02. Apr.

So treffend geschrieben mit Worten, die ich gleich nachspüren kann. Pass gut auf Dich auf und weiterhin eine inspirierende und berührende Reise 🙏. LG Roman

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