2.3.26 Rückkehr nach Anatolien – unter einem anderen Himmel
- tr7079
- 2. März
- 1 Min. Lesezeit
Der Grenzposten von Ipsala ist unscheinbar. Drei Kilometer stehende LKWs und ich auf meiner Spur allein. Eine Passkontrolle, eine Fahrzeugkontrolle, ein kurzes Nicken – und doch verändert sich etwas. Ich bin wieder in der Türkei. Nicht als Fremder, sondern mit dem stillen Gefühl der Rückkehr.
Die Straße führt durch die weiten Ebenen Thrakiens. Felder ruhen noch im Winterschlaf, Minarette stehen fern am Horizont. Alles wirkt ruhig und offen. Ich fahre ohne Eile, getragen von diesem leisen Einverständnis zwischen mir und der Landschaft.

Dann erscheint das Wasser der Dardanellen. Breit und unbewegt liegt es zwischen den Ufern, darüber die Çanakkale-1915-Brücke, ein heller Bogen im Himmel. Als ich hinauffahre, spüre ich den Wind und die Weite. Unter mir zieht das Wasser seine zeitlose Linie zwischen Europa und Asien.

Im Nahen Osten erschüttern Konflikte ganze Regionen. Ich habe meine Route bewusst hierher gelegt, weg von grossen Städten und Militärbasen, entlang ruhigerer Wege, näher bei mir selbst.

Am Nachmittag erreiche ich Çanakkale. Das Meer ist still, das Licht weich. Ich stelle den Motor ab und höre nur noch den Wind.

Ich setze mich zu den Fischern.

Ich bin zurück in Anatolien.Und die Reise beginnt von Neuem.



Lieber Tömel
Das sind schöne Beiträge, danke. Dadurch bist du nicht so „weit weg“ und ich/wir können teilhaben.
Gute Fahrt, bin in Gedanken dabei, Maria